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Cobra Bandstahl

Am laufenden Band bearbeitet: Bandstahl für besondere Aufgaben

| Autor: Frauke Finus

Kommt ein Coil vom Stahlhersteller, hat das Band meist noch nicht die Breite und die Kantenbeschaffenheit oder Kontur, die der Anwender braucht. Der Halbzeughersteller Cobra bearbeitet deshalb den Bandstahl auf eigen konstruierten Maschinen nach Kundenwunsch.

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Wasserstofflitzen in der Härterei bei Cobra.
Wasserstofflitzen in der Härterei bei Cobra.
( Bild: Cobra )

Cobra ist der Name mehrerer Schlangengattungen aus der Familie der Giftnattern. Das typische Äußere einer Schlange kennt jedes Kind: lang, schmal und sehr flexibel.

Diese drei Adjektive sind auch das Markenzeichen der Produkte der Cobra Bandstahl GmbH aus dem hessischen Wächtersbach. Der Halbzeughersteller hat sich ganz dem Bandstahl verschrieben. Seit über 50 Jahren spaltet, härtet, entgratet, verrundet, lackiert, profiliert, und stanzt und der Familienbetrieb mit 25 Mitarbeitern Coils in verschiedenen Dicken und Werkstoffgüten ganz nach Kundenwunsch. Mittlerweile wird das Material auch angearbeitet, zum Beispiel auf die gewünschte Länge abgestanzt.

Bistabile Bänder, die sich ums Handgelenk wickeln

Die Kunden kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen, Federherstellung, Maschinenbau, Elektroindustrie oder Medizintechnik. Typisch sind Präzisionsbänder aus rostfreiem Bandstahl zur Herstellung von Rückzugsfedern oder natürlich Maßbänder. Ein echter Hingucker sind dabei Maßbänder, die sich wie Geschenkband selbst aufrollen. Cobra versetzt die Bänder dafür in einen bistabilen Zustand, der die sogenannten „Klackarmbänder „ gestreckt hält, aber auch selbständig zusammenrollen läßt. Diese Bänder sind als reflektierende Joggingbänder weithin bekannt. Ein wahrer Dauerbrenner sind außerdem die Elektrospulen aus Bandstahl in Leitungsschutzschaltern. Aber auch Klingen, Sägen oder Litzen und Lamellen für Webstühle entstehen aus Produkten von Cobra. Auch das altmodische Stoff-Brillenetui mit einer Federöffnung kennt man aus dem Alltag. „Wir haben auch schon außergewöhnliche Wünsche realisiert“, sagt Geschäftsführer Bernd Faupel. „Wir haben zum Beispiel an einen Hersteller von Tropfenfängern für Weinflaschen geliefert und aktuell sind wir mit einer Dame in Gespräch, die sich mit Horse-Design beschäftigt. Sie möchte das Einflechten der Mähne für Reitturniere vereinfachen.“

Bei 90 % der Produkte genießt der Halbzeughersteller Alleinstellungsmerkmale. „Es ist fast immer so, dass Kunden mit einer Aufgabenstellung auf uns zukommen für die es noch keine Lösung gibt. Wir lassen uns dann was einfallen“, erklärt Faupel. „Oft brauchen wir ein paar Versuche und viele Muster, aber unsere Erfahrung und unser Rückmusterarchiv hilft uns, oft den richtigen Ansatzpunkt zu finden.“ Ein ganz aktuelles Projekt ist beispielsweise für die Textilindustrie. Ein Kunde benötigt für Maschinen in der Vorstufe der Garnherstellung ein magnetisches Band, das als Träger für die sogenannte Karde dient. „Wir können mit unserem Schmalband auch vieles realisieren, wofür zunächst Flachdraht angedacht war. Denn Schmalband ist in der Regel präziser und kostengünstiger.“ Die Bandstahlspezialisten können Breiten von 3 bis 25 mm und Stärken von 0,1 bis 0,8 mm realisieren.

Oft wird in einem Produktionszyklus der gesamte Jahresbedarf des Kunden hergestellt. Das fertige Material liegt dann auf Abruf im Lager in Wächtersbach, sodass der Kunde innerhalb von Tagen nach der Bestellung seine Ware geliefert bekommt.

Eigener Maschinenbau für kundenindividuelle Lösungen

Das Besondere in den Produktionshallen von Cobra ist, dass alle Maschinen bis auf die Kreismesserschere selbst konstruiert und gebaut sind. Faupel ist Maschinenbauingenieur und Betriebsleiter Volker Gudera ist Elektrotechnikingenieur – das führt dazu, dass sogar die Schaltschränke in Eigenregie zusammengebaut sind. „Einzelne Bauteile lassen wir außerhalb nach unseren Vorstellungen fertigen und bauen dann hier alles nach eigener Konstruktion zusammen“, so Faupel. Auch die Öfen, in den die Bänder gehärtet werden, sind selbst konstruiert. Auf insgesamt acht Bandvergüteanlagen können Maßbandstahl und Federbandstahl aus verschiedensten Werkstoffen gehärtet und wärmebehandelt werden. Besonders stolz ist man auf die eigen entwickelte Spaltanlage mit integrierter Entgratung und Verlegewicklern. Cobra betreibt seit 2001 diese Spaltanlage für Schmalband. Die Anlage besteht aus zehn Verlegestationen, einer integrierten Entgratstation und einer modernen Schweißanlage zur Herstellung von Maßbandstahl und Federbandstahl auf Spulen oder in Form von Coils. „Wir können dank unseres eigenen Maschinenbaus auf viele spezielle Wünsche reagieren“, fasst Faupel zusammen.

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Über den Autor

Frauke Finus

Frauke Finus

Leitende Redakteurin, Redaktion @blechnet.com

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