Zerspanungstechnik Automation im Werkzeugbau erschließt Leistungspotenzial

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Um im Werkzeug- und Formenbau Produktivitätsvorteile entlang der gesamten Prozesskette realisieren zu können, sollten Bearbeitungszentren und Erodiermaschinen per Handlingsysteme und Werkstattsoftware verbunden werden. Einzelteile können so wirtschaftlich produziert werden wie Serienteile.

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Ein universelles Handlingsystem eignet sich für Werkstücke, Elektroden und Fräswerkzeuge gleichermaßen. Es arbeitet technologieübergreifend auch mit anderen zur Fertigung gehörenden Maschinen. (Bild: ZK)
Ein universelles Handlingsystem eignet sich für Werkstücke, Elektroden und Fräswerkzeuge gleichermaßen. Es arbeitet technologieübergreifend auch mit anderen zur Fertigung gehörenden Maschinen. (Bild: ZK)

Automation gibt es nicht von der Stange. Bei der Serienfertigung von Großserienteilen gelten ganz andere Bedingungen als beispielsweise im Werkzeug- und Formenbau, wo überwiegend individuell konfigurierte Produkte nachgefragt werden. Scharfer Wettbewerb und technischer Fortschritt setzen indes alle unter steigenden Kostendruck. Maßgeschneiderte Automatisierungslösungen demonstrieren in vielen Betrieben, dass man auch bei „Losgröße 1“ so wirtschaftlich arbeiten kann wie in der Großserienproduktion.

Trend zu kürzeren Durchlaufzeiten auch im Werkzeug- und Formenbau

Die Abnehmer erwarten individuelle Produkte in kürzester Lieferzeit zu konkurrenzfähigen Preisen. Auch der Werkzeug- und Formenbauer steht damit vor der Herausforderung, einen schnelleren Durchlauf und höheren Durchsatz in der gleichen Zeit bei weniger Personal zu erzeugen und auch gleichzeitig eine höhere Termintreue zu erreichen. Das kann vor allem die Wettbewerbsfähigkeit sichern.

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Zeitgemäße Werkstattautomatisierung bedeutet längst mehr, als nur Roboter neben die Maschinen zu stellen. Moderne Bearbeitungszentren, Handlingsysteme und Werkstattsoftware müssen intelligent verbunden werden, um Produktivitätsvorteile entlang der gesamten Prozesskette zu realisieren.

Automation kann Produktivität im Werkzeug- und Formenbau deutlich erhöhen

Am Beispiel eines automatisierten Betriebs in Südwestdeutschland wird gezeigt, welche Potenziale mit der richtigen Unternehmensstrategie erschlossen werden können: Die monatliche Pro-Kopf-Leistung der 175 Mitarbeiter stieg von 160 auf 260 Monatsstunden. Der Umsatz hat sich bei gleicher Mitarbeiterzahl in vier Jahren mehr als verdreifacht. Der Maschinenstundensatz hat sich im gleichen Zeitraum halbiert, wobei der Lohnkostenanteil beim Fräsen und Erodieren jeweils unter einem Euro liegt.

„Wir machen aber vor allem Spezialteile und Reparaturen, da lohnt sich Automatisierung doch nicht“ – mit solchen Vorurteilen im Werkzeug- und Formenbau will Zimmer & Kreim aufräumen. Gerade bei Instandsetzungen zahlt es sich aus, wenn Fräsprogramme oder Elektrodengeometrien in den Datenbanken hinterlegt und ohne Zeitverlust wiederholgenau abgerufen werden können.

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