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Fachtagung Schutz textiler Rundschlingen und Hebebänder

| Autor/ Redakteur: Brigitte Hürten / Frauke Finus

Sicherheit steht für die Spanset GmbH & Co. KG in Übach-Palenberg an oberster Stelle, wenn es um das Heben schwerer Lasten, den Transport von Gütern oder die Sicherung von Personen bei Arbeiten in der Höhe geht. Eine besondere Herausforderung stellt beim Heben und Umschlagen von schweren Lasten die „Scharfe Kante“ dar: Sie kann ungeschützte Rundschlingen und Hebebänder beschädigen und im schlimmsten Fall schwere Unfälle verursachen.

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Wenden eines Coils mit Hebeband im Secutex-Schutzschlauch.
Wenden eines Coils mit Hebeband im Secutex-Schutzschlauch.
(Bild: Spanset)

Dass und wie sich solche Unfälle vermeiden lassen, war Thema der jüngsten Spanset-Fachtagung „Treffen an der scharfen Kante“ am 11. Juni 2015 in Alsdorf. Über 200 Teilnehmer aus Industrie und öffentlicher Hand konnte Spanset-Geschäftsführer Patrick Schulte zur Eröffnung begrüßen. Und dabei das Ziel der Tagung festziehen: Die Veranstaltung sollte die teilweise anzutreffende „Unschärfe“ rund um das Thema scharfe Kante beseitigen.

Keine aussagekräftigen Unfallstatistiken

Was aber ist überhaupt eine „scharfe Kante“? Die Anwort gab Dr.-Ing. Tobias Jenner von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall in Stuttgart: Eine scharfe Kante liegt vor, wenn der Kantenradius „r“ der Last kleiner ist als die Dicke der Hebebänder oder Rundschlingen. Zwar zeigte Tobias Jenner Beispiele für schwerste Unfällle, doch „Unfälle mit Körperschaden, verursacht durch scharfe Kanten, sind bisher nicht statistisch ausgewertet“. Möglicherweise liegt hier auch ein Grund dafür, dass „scharfen Kanten an Lasten in der Praxis zu wenig Bedeutung zugemessen werden“. Abschließend gab Dr. Jenner den Zuhörern noch wertvolle Tipps zum Einsatz von Anschlagmitteln aus seiner langjährigen Erfahrung.

Von der wissenschaftlichen Seite näherte sich Prof. Dr.-Ing. Markus Michael von der Technischen Universität Chemnitz dem Thema an. Dort beschäftigt man sich am Institut für Fördertechnik und Kunststoffe intensiv mit der noch relativ jungen Technologie der Hochleistungsfasern, die auch SpanSet in vielen Produkten verwendet. So nutzt SpanSet die speziellen Eigenschaften hochfester Polyethylenfasern beim Hightech-Schnittschutz No Cut. Zu den Projekten in Chemnitz gehören unter anderem zerstörungsfreie Prüfmethoden für hochfeste Faserseile, die Entwicklung neuer Schmierstoffe und Garnabrasionsversuche sowie Untersuchungen zur Witterungsbeständigkeit von Seilen aus hochfesten Polymerfasern. SpanSet führt mit der TU Chemnitz gemeinsame Projekte durch und nutzt die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die eigene Entwicklungsarbeit.

Ein vielseitiges Schutzmaterial

Mit einem Blick zurück in die Geschichte begann Boris Franke, Geschäftsführer der Spanset-secutex GmbH, seinen Vortrag über mit Secutex beschichte Hebebänder und Schutzschläuche. Secutex ist ein Polyurethan-Elastomer mit speziellen physikalischen, chemischen und mechanischen Eigenschaften und besonders schnitt- und verschleißfest und schützt textile Anschlagmittel zuverlässig vor Beschädigungen durch raue Oberflächen und scharfe Kanten. Dies wird durch eine 5 bis 6 mm dicke secutex-Beschichtung erreicht, die sich zwischen die Last und das textile Anschlagmittel legt. „Der Kantenradius wird um diese zusätzliche Schicht vergrößert“, erläuterte Boris Franke, „so dass die Kante für ein Hebeband nicht mehr scharf ist und die Hebekräfte von der Kante abgeleitet werden“. Für kritische Anwendungen, beispielsweise das Wenden eines Coils, eignet sich die Kombination „Hebeband mit Secutex-Schutzschlauch“. Hierbei kann sich die Last in der elastischen Secutex-Beschichtung des Schutzschlauches verhaken, während das Hebeband frei durch den Schutzschlauch gleitet. Boris Franke dazu: „Schneidende Bewegungen sind jetzt nicht mehr möglich, so dass auch kein Verschleiß auftreten kann“.

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