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Werkstoffe Hilferuf der Aluminiumindustrie an die Politik

Redakteur: Stefanie Michel

Die Aluminiumindustrie ist von Corona stark betroffen: zum einen, weil die Automobilindustrie die Produktion heruntergefahren hatte, zum anderen wegen der gebeutelten Flugzeugindustrie. Sie fordert von der Politik eine Zukunftsstrategie

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(Bild: rualuminas / Pixabay)

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Gesamtverband der Aluminiumindustrie e. V. (GDA) bestimmte die Corona-Pandemie und deren Folgen für die Aluminiumindustrie das Thema der Sitzungen. Die Aluminiumindustrie hat im ersten Halbjahr 2020 bereits einen deutlichen Einbruch erlebt. Die Talsohle schien mit dem Ende der Sommerpause erreicht: Die Abrufzahlen aus wichtigen Kundenindustrien sind gegenüber den massiven Einbrüchen des Frühjahrs zumindest stabilisiert. Dies gelte insbesondere für die Automobilindustrie, die im zweiten Quartal ihre Produktion heruntergefahren hatte. Im Flugzeugbau ist ein starker Rückgang zu verzeichnen.

Leichte Belebung ist keinen Anlass zur Euphorie

Präsident Dr. Hinrich Mählmann unterstrich: „Diese Krise führt in eine noch massivere Rezession als die Finanzkrise der Jahre 2008/2009.“ Er mahnte: Die Bundesregierung habe mit ihren Rettungspaketen zwar schnell reagiert, doch benötigt die Industrie auch eine Vorwärtsstrategie. Die Krise dürfe nicht zur politischen Neusortierung der Industrie in „politisch gewollt“ und eben „nicht mehr gewollt“ genutzt werden. Die zuletzt leichte Belebung biete keinen Anlass zur Euphorie, so Mählmann weiter. Das Produktionsniveau der deutschen Fahrzeughersteller in diesem und im kommenden Jahr werde nicht auskömmlich für die gesamte Lieferkette sein. Und starke Impulse aus anderen Anwenderbranchen blieben aktuell noch aus.

Der Präsident begrüßte die Entscheidung der Europäischen Kommission, Anti-Dumping-Zölle auf Profile aus China zu erheben: „Die deutsche Aluminiumindustrie muss keinen Wettbewerber fürchten. Aber die Spielregeln müssen weltweit eingehalten werden. Das ist in China nicht der Fall.“ Es käme nun darauf an, die Lösungskompetenz des Werkstoffs und der Unternehmen für die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft zu präsentieren.

Auf der Mitgliederversammlung hat sich der GDA auch personell neu aufgestellt. Leopold Werdich, Geschäftsführer der Tubex-Holding, wurde als neuer Vizepräsident des GDA gewählt. Er folgt damit auf Oliver Höll, der sein Mandat im Frühjahr niederlegte. Frank Busenbecker, Geschäftsführer der Erbslöh Aluminium GmbH, wurde als neuer Vorsitzender des Fachverbands Aluminiumhalbzeug gewählt. Dieter Höll (Constellium) ist sein neuer Stellvertreter.

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