Maschinenbau Ost Innovationen und Investitionen machen Branche krisenfest

Autor / Redakteur: Tino Böhler / Ulrike Gloger

Als jüngst der VDMA einen Rückgang der Maschinenbau-Aufträge im November 2008 um real 30% zum Vorjahr meldete, schränkte der Verband ein: Der ostdeutsche Maschinenbau habe das Jahr 2008 insgesamt zufriedenstellend abgeschlossen eine Kapazitätsauslastung von 85,1% im 4. Quartal 2008 erreicht. In Sachsen-Anhalt ist der Maschinenbau so stark wie keine andere Branche gewachsen.

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Pro-beam-Gruppen-Vorstand Volker Adam wirft einen Blick nach vorne: „Im Sommer 2010 werden wir in unserer neuen Halle die zweite K-6000 in Betrieb nehmen, die unsere Fertigungskapazitäten verdoppeln wird. Dank unserer sehr guten Auftragslage denken wir bereits heute über die nächste Erweiterung nach.“ Bild: Pro-beam
Pro-beam-Gruppen-Vorstand Volker Adam wirft einen Blick nach vorne: „Im Sommer 2010 werden wir in unserer neuen Halle die zweite K-6000 in Betrieb nehmen, die unsere Fertigungskapazitäten verdoppeln wird. Dank unserer sehr guten Auftragslage denken wir bereits heute über die nächste Erweiterung nach.“ Bild: Pro-beam
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Auftragseingänge in Sachsen-Anhalts Maschinenbau stiegen in den ersten Quartalen 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8%. Auch die Beschäftigtenzahl in den 89 sachsen-anhaltischen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten legte in den ersten drei Quartalen 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 14% auf 11 300 Beschäftigte zu – so stark wuchs keine andere Branche.

Dagmar Schwarz, Geschäftsführerin der auf Maschinen und Anlagen für die Gießerei-Industrie spezialisierten Laempe & Mössner GmbH, Barleben-Meitzendorf, und Unternehmerin des Jahres 2008 bestätigt die positive Entwicklung: „Nachdem wir 2007 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte verzeichnet haben, kann diese Entwicklung fortgesetzt und eine erneute deutliche Umsatzsteigerung erzielt werden.“ Auch beim Export hält der ansteigende Trend der vergangenen Jahre an: Die Exportquote liegt aktuell bei mehr als 37% und entspricht damit im Vergleich zum Vorjahr einem um 21% gestiegenen Auslandumsatz.

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Eine Branche, die nach der Wende in die Bedeutungslosigkeit zu versinken drohte, hat zur alten Stärke und damit zu weltweiter Anerkennung zurückgefunden, so sieht es auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff: „Unsere Tradition im Maschinen- und Anlagenbau prägt auch die industrielle Zukunft Sachsen-Anhalts. So bescheinigt die Clusterpotenzialanalyse gerade dem Sondermaschinen- und Anlagenbau sehr gutes Potenzial.“

Gute Auftragslage und Ausbau der Kapazitäten

So etwa auch bei der Pro-beam AG mit Hauptsitz in München, die seit 2001 eine Betriebsstätte in Burg in der Nähe von Magdeburg hat. 2004 wurde dort mit der Großkammer-Vakuum-Elektronenschweißanlage K-6000 eine Weltneuheit installiert. Sie ermöglicht selbst bei komplizierter Geometrie von Bauteilen qualitativ hochwertige Schweißnähte bei großvolumigen Teilen für den Apparatebau, die Luft- und Raumfahrt, für die Fahrzeugindustrie, Medizin- und Energietechnik. Pro-beam-Gruppen-Vorstand Volker Adam wirft einen Blick nach vorne: „Im Sommer 2010 werden wir in unserer neuen Halle die zweite K-6000 in Betrieb nehmen, die unsere Fertigungskapazitäten verdoppeln wird. Dank unserer sehr guten Auftragslage denken wir bereits heute über die nächste Erweiterung nach.“

Das Unternehmen bildet gemeinsam mit sechs anderen Firmen, von denen die meisten im Gewerbegebiet Burg-Ost angesiedelt sind, eine Arbeitsgemeinschaft Elektronenstrahlschweißen. Der Schwerpunkt der Arbeit im Netzwerk besteht darin, diese Technik zum Fügen und Oberflächenbehandeln zu entwickeln und zur Anwendung zu bringen und dies mit der Kompetenz des Maschinen- und Anlagenbauers und deren Zulieferer so zu verknüpfen, dass neue hochwertige Bauteile für den Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau entwickelt werden, die höchsten mechanischen und thermischen Beanspruchungen standhalten und höchste Maßhaltigkeit besitzen.

Damit wird es möglich, neue Einsatzgebiete für die im Netzwerk entwickelten Produkte aufzuschließen. Ziel der Innovationspolitik des Landes ist es, dieses Netzwerk zu einem „Regionalen Wachstumskern Elektronenstrahlschweißen“ auszubauen.

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