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Rohrbiegen

Kleinen Radien kalt biegen: Geld und Material gespart

| Autor/ Redakteur: Bert Zorn / Stefanie Michel

Im Anlagen- und Pipelinebau müssen viele Kilometer Rohr verarbeitet und verbaut werden. Besonders das Verschweißen und die nachfolgenden Prüfprozesse kosten Zeit und Geld. Einsparpotenzial bieten hingegen Rohrleitungen, die im Kaltbiegeprozess passgenau vorgebogen werden – und dies auch mit kleinen Biegeradien.

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( Bild: Schwarze-Robitec )

In Kraftwerken sind viele Kilometer Rohr verbaut. Auch komplexe chemische Anlagen, Raffinerien oder Ölplattformen weisen ähnlich große Strecken Rohrleitung auf. Angesichts dieser Mengen kommt der Rohrverarbeitung beim Anlagen- und Pipelinebau eine besondere Rolle zu: Das Leitungssystem muss möglichst schnell und effizient verlegt werden, zudem ist es für Funktionalität und Wirkungsgrad der Anlagen essenziell.

Schon der Blick von außen zum Beispiel auf eine Bohrplattform macht deutlich, welche zentrale Herausforderung dabei auftritt: Die Rohre bilden ein hochkomplexes Netzwerk, zum Leitungssystem gehört unvermeidlich eine Vielzahl von Bögen.

Rohre und Rohrbögen müssen zu gewünschtem Leitungsverlauf verschweißt werden

Deshalb kommen traditionell während des Verlegens der Leitungen sehr viele verschiedene Rohrbögen mit unterschiedlichsten Abmessungen und Biegewinkeln zum Einsatz. Sie müssen auf der Baustelle mit den geraden, langen Rohren zum gewünschten Leitungsverlauf verschweißt werden.

Für den Bau einer solchen Anlage sind diese Arbeitsschritte ein erheblicher Kostenfaktor: Einerseits werden die sogenannten Einschweißbögen vorher separat produziert, andererseits entstehen durch den anschließenden Schweißprozess und die anfallende Logistik zusätzliche Kosten. Häufig muss zudem jede fertige Schweißnaht anhand von Normen oder speziellen Kundenanforderungen überprüft werden. Auch diese Prozesse per Ultraschall- oder Röntgentechnik kosten viel Zeit und Geld.

Einsparpotenzial mit passgenau vorgebogenen Rohrleitungen

Es liegt deshalb fast auf der Hand: Die vielen Rohrbögen und ihre Verarbeitungsprozesse bieten im Anlagenbau ein riesiges Einsparpotenzial – schließlich könnte auf viele Einzelbögen und Schweißungen verzichtet werden, wenn vorgebogene Rohrleitungen passgenau auf der Baustelle angeliefert würden.

Für die dafür benötigte maschinelle Verarbeitung der Rohre gibt es mit dem Kalt- und dem Warmbiegen grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Beim Warmbiegen wird das Rohr zunächst an der gewünschten Biegestelle partiell erhitzt. Unter dem Einfluss von Temperatur und Druck beginnt das Material zu fließen. Allerdings nimmt der Warmbiegeprozess viel Zeit in Anspruch, außerdem ist der Energieverbrauch in der Produktion sehr hoch.

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