Wasserstrahlschneiden Mikro-Wasserstrahlschneiden mit hoher Präzision

Redakteur: Stefanie Michel

Wasserstrahlschneiden galt in der Medizintechnik lange Zeit als ein zu ungenaues Verfahren. Inzwischen ist das anders, denn mit dem Mikro-Wasserstrahlschneiden konnte die Präzision um den Faktor zehn gesteigert werden. Damit eignet sich diese Trenntechnologie zunehmend für Medizintechnikprodukte.

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Die Microwaterjet-Anlagen F4 erreichen Positioniergenauigkeiten unter 1 µm und eine reproduzierbare Maschinenfähigkeit im Bearbeitungsbereich von 600 mm x 1000 mm bei ±1/100 mm. (Bild: Daetwyler)
Die Microwaterjet-Anlagen F4 erreichen Positioniergenauigkeiten unter 1 µm und eine reproduzierbare Maschinenfähigkeit im Bearbeitungsbereich von 600 mm x 1000 mm bei ±1/100 mm. (Bild: Daetwyler)

Das große Problem des Wasserstrahlschneidens war bisher die fehlende Präzision und insbesondere Wiederholbarkeit. Daher haben unter anderem die Unternehmen aus der Medizintechnik einen großen Bogen um dieses Verfahren gemacht. Auch Walter Maurer, dem Gründer und Geschäftsführer der Waterjet AG, war dieses Problem ein Dorn im Auge.

Als Anwender setzt er seit mehr als zwei Jahrzehnten in seinem Unternehmen Wasserstrahlschneid-Anlagen ein. Dass er Aufträge aufgrund der mangelnden Präzision ablehnen musste, wollte er schließlich nicht mehr hinneh- men. Also entwickelte er in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch eine neue Mikro-Wasserstrahltechnik.

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Microwaterjet-Anlagen erreichen Positioniergenauigkeiten unter 1 µm

Das Ergebnis: Die Microwaterjet-Anlagen, die bis zur Version F3 unter dem Namen Womajet vertrieben wurden, erreichen Positioniergenauigkeiten unter 1 µm. Ihre garantierte, reproduzierbare Maschinenfähigkeit liegt im Bearbeitungsbereich von 600 mm × 1000 mm bei ±1/100 mm. Möglich werden diese Werte vor allem durch ein sehr stabiles Maschinenbett und ein beidseitig gelagertes, über zwei Kugelrollspindeln angetriebenes Portal.

Um die Positioniergenauigkeit unter 1 µm einhalten zu können, werden unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge installiert. Zudem ist es gelungen, den Durchmesser des eingesetzten Wasserstrahls, dem ein sehr feinkörniges Abrasiv beigesetzt wird, von 0,5 auf 0,3 mm zu reduzieren.

Die Microwaterjet-Maschinen stellt heute der Maschinenbaukonzern Daetwyler Industries her, der bereits ein langjähriger Geschäftspartner von Walter Maurer ist. Einige dieser präzisen Anlagen sind mittlerweile bei Dienstleistern in der Schweiz und in Deutschland installiert. Diese haben damit unter anderem den Einstieg in den Medizintechnikmarkt im Visier. Denn das Verfahren bietet Vorteile, die diesem sensiblen Markt gelegen kommen.

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