Suchen

Dawson Shanahan Mit präziser Kaltumformung die Kosten senken

| Autor / Redakteur: Mark Jennings / Stefanie Michel

Das Kaltumformen wird zugunsten üblicher Prozesse oft ignoriert – vielleicht weil man früher nur einfachere Teile so gefertigt hat. Heute gelingt auch die Herstellung von Präzisionsteilen aus verschiedensten Materialien ressourcenschonender als mit den meisten spanenden Prozessen: ein Potenzial für deutliche Kostensenkungen.

Firmen zum Thema

Bild 1: Stetig steigen die Kosten für Energie und Ressourcen. Mit der modernen Kaltumformung ist eine kostengünstigere Herstellung möglich.
Bild 1: Stetig steigen die Kosten für Energie und Ressourcen. Mit der modernen Kaltumformung ist eine kostengünstigere Herstellung möglich.
(Bild: Dawson Shanahan)

Kaltumformen – das plastische Umformen eines Rohteils – ist ein schneller, wirtschaftlicher Prozess für die Herstellung komplexer Bauteile aus einem breiten Spektrum von Werkstoffen. Allerdings wird dieses Verfahren häufig zugunsten alternativer Methoden ignoriert. Dies könnte einfach daran liegen, dass das Kaltumformen seinen Ursprung im 19. Jahrhundert in der Produktion von Verbindungselementen hat und noch immer als eine Methode zur Herstellung einfacher, großvolumiger Teile betrachtet wird.

Die moderne Kaltumformung ist materialeffizient

Heute können aber mit diesem Verfahren Präzisionsteile mit bis zu 80 % weniger Materialverlust, als er bei der spanenden Bearbeitung anfällt, produziert werden. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage mit stetig steigenden Kosten in allen Bereichen ist dies ein Wert, der die Aufmerksamkeit jedes ökonomisch denkenden Bauteilherstellers erregen sollte.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Kombiniert mit kürzeren Laufzeiten, höherer Oberflächengüte und verbesserten mechanischen Eigenschaften, ist das Kaltumformen für Hersteller in vielen Branchen eine Möglichkeit, qualitativ noch hochwertigere Bauteile bei gleichzeitig geringeren Produktionskosten anzubieten.

Das Hauptmerkmal der Kaltumformung ist, dass der Prozess unter relativ niedrigen Temperaturen (meist die herrschende Raumtemperatur) abläuft, ohne dass dabei Material abgetragen wird. So können etwa Walzblöcke aus fortschrittlichen Metallwerkstoffen wie Kupfer, Messing, Aluminium oder Stahllegierungen in einer speziell konstruierten Matrize unter hohem Druck umgeformt werden.

Spezielle Kaltumformvariante ermöglicht plastische Bearbeitung von Edelstahl

Ein einfacher, von Rundstangen- oder Drahtmaterial abgesägter beziehungsweise abgescherter Rohling oder ein durch Kaltstauchen vorgeformtes Teil wird auf eine Matrize gelegt und mit einem Stempel gepresst. Die meist hydraulisch erzeugte Presskraft, maximal etwa 2000 t, wandelt das Rohteil dann in die von Matrizen- und Stempelkontur vorgegebene Bauteilform um.

Eine speziell entwickelte Kaltumformvariante, in die beträchtliche Mittel geflossen sind, ermöglicht jetzt die plastische Bearbeitung von Edelstahl (Bild 3 – siehe Bildergalerie). Der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Dawson Shanahan ist es nämlich gelungen, ein besonderes Beschichtungs- und Schmierverfahren zu erarbeiten und anzuwenden. Die Methode wirkt beim Umformen von Edelstahlteilen quasi als Schutzbarriere und gleichzeitig wird die Reibung im Prozess minimiert. Das Unternehmen hat Fertigteile in unabhängigen Tests von weltweit führenden Laboren prüfen lassen. Die Tests haben bestätigt, dass die physikalischen und chemischen Eigenschaften des so umgeformten Edelstahls im Verlauf des Prozesses erhalten blieben. Darüber hinaus verhindert die spezielle Schutzbarrierefunktion das Kaltverschweißen oder „Fressen“, sodass die typischen erwünschten Oberflächeneigenschaften von Edelstahl nicht verloren gehen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:36473400)