Kjellberg Finsterwalde Schneiden kleiner Konturen mit Plasmatechnik perfektionieren

Autor / Redakteur: Volker Krink, Manfred Radigk und Nicole Dönicke / Stefanie Michel

Das Schneiden kleiner Konturen oder kleiner Löcher erfordert Verfahren hoher Präzision. Deshalb wurden dafür bisher meist Verfahren wie Bohren oder Stanzen eingesetzt. Jetzt steht jedoch eine Technik zur Verfügung, die den hohen Anforderungen für das Schneiden kleiner Konturen in Baustahl gewachsen ist.

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Bild 1: Mit Contour Cut steht eine Technologie zur Verfügung, die das Schneiden kleiner Konturen in Baustahl mit hoher Qualität ermöglicht.
Bild 1: Mit Contour Cut steht eine Technologie zur Verfügung, die das Schneiden kleiner Konturen in Baustahl mit hoher Qualität ermöglicht.
(Bild: Kjellberg Finsterwalde)

Für die Kunden der Waffenschmid Metallbau GmbH, eines Herstellers von Druckbehälterm, Rohrleitungen und Schweißkonstruktionen, sind Präzision bei niedrigen Kosten, Flexibilität und kurze Lieferzeiten wichtig. Besonders deutlich wird die Anforderung an die Präzision bei Verschraubungslöchern von Flanschen, denn die Löcher müssen exakt aufeinander passen, um aufwendige Nacharbeiten zu vermeiden. Außerdem müssen die Rohranschlüsse selbst perfekt in die ausgeschnittenen Konturen passen, um bei den anschließenden Schweißarbeiten lediglich kleine Luftspalte zu überbrücken.

Neue Plasmatechnik verbessert die Qualität beim Schneiden

Mit der Contour-Cut-Technologie von Kjellberg konnten diese Schneidaufgaben nicht nur präziser, sondern auch produktiver umgesetzt werden. Wie Gerhard Waffenschmid, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens berichtet, war damit eine Steigerung der Produktivität um etwa 15 % möglich. Diese Steigerung beruht vor allem auf den wegfallenden Nacharbeiten. Außerdem konnte das Angebot komplettiert werden: Bisher wurden im Bereich Lohnzuschnitt lediglich Rohlinge ohne Schraubenlöcher angeboten, während man heute mit Contour Cut diese Flansche komplett schneiden kann.

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Contour Cut basiert auf der Plasmaschneidtechnik Hifocus, bei der das Wirbelgas mit hoher Geschwindigkeit um den Plasmastrahl rotiert. Dadurch wird er stärker eingeschnürt, stabilisiert und geschützt. Die höhere Einschnürung hat aber zur Folge, dass die Stromdichte des Plasmastrahls und damit auch die thermische Belastung der Brennerteile steigen. So ist eine effektive Kühlung bis zur Düsenspitze erforderlich.

Diese und weitere Neuerungen setzte Kjellberg Finsterwalde in den neuen Plasmabrennern der Percut-Serie um. Die speziellen Gaseinstellungen und Verschleißteilkombinationen ermöglichen das exakte Schneiden von Konturen – Contour Cut genannt.

Plasmaschneiden kleinerer Konturen möglicht

Aufgrund des Aufbaus von Lichtbogen und Plasmastrahl gibt es normalerweise bei kleinen Konturen Grenzen. Eine bis dato gültige Faustregel besagte, dass beim Plasmaschneiden die kleinstmöglichen Löcher mindestens einen Durchmesser des Anderthalbfachen der Blechdicke haben müssen. Bei einer Blechdicke von 10 mm müssten also die kleinsten Löcher einen Durchmesser von 15 mm aufweisen. Mit Contour Cut dagegen ist eine verbesserte Qualität im Hinblick auf Konturtreue, Rechtwinkligkeit und Oberflächengüte möglich. Das Verhältnis zwischen Durchmesser und Materialdicke konnte auf 1:1 gesenkt werden.

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