Tinnitusfrei reisen Spezialwerkstoff schont Ohren und Nerven

Redakteur: Peter Königsreuther

Sie wollen sich in ihrem Elektromobil wieder mit den Mitfahrern unterhalten können? Dann kommt mit bondal, einem Sandwich-Material, genau der richtige Werkstoff auf den Markt.

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Leiser unterwegs! Mit bondal stellt Thyssenkrupp Steel einen Sandwich-Werkstoff vor, mit dem man zum Beispiel den Geräuschpegel in Fahrzeugen senken kann. Jetzt geht der Werkstoffverbund in Serie. Hier ein Anwendungsbeispiel.
Leiser unterwegs! Mit bondal stellt Thyssenkrupp Steel einen Sandwich-Werkstoff vor, mit dem man zum Beispiel den Geräuschpegel in Fahrzeugen senken kann. Jetzt geht der Werkstoffverbund in Serie. Hier ein Anwendungsbeispiel.
(Bild: Thyssenkrupp Steel Europe)

Elektromotoren sind leiser als konventionelle Antriebe, sagt Thyssenkrupp Steel. Zwar fahre man umweltbewusster, abgasfrei und nach außen hin leiser, aber die elektrischen Antriebe hört man dafür im Innern des Fahrzeugs. Diese Geräusche sind für Menschen besonders unangenehm, heißt es weiter. Denn leider braucht ein E-Mobil einen sogenannten Umrichter oder Inverter, der den Gleichstrom der Batterie in für den Antriebsmotor nutzbaren Wechselstrom umwandelt. Je nach Lastzustand sondert dieser aber hochfrequenten Schall ab, der über den Deckel des Invertergehäuses nach außen dringt.

Forscher belegen Schalldämmungseffekt

Diese, durchaus ernste, Komforteinbuße sei ohne sekundäre Akustikmaßnahmen bisher nicht zufriedenstellend lösbar. Ein verhältnismäßig kleines Bauteil aber, das aus dem Werkstoff bondal gefertigt ist, löse das Problem. Denn bondal wirkt schalldämmend. (Anmerkung der Redaktion: Forschungsarbeiten an der RWTH Aachen, bei denen es um die Akustik in Asynchronmaschinen ging, können das bestätigen: Ein Motor mit einem Stator aus bondal erzeugt beim Hochlauftest einen Schalldruckpegel-Verlauf (dB(A)), der etwa 6 bis 8 Prozent niedriger liegt, als bei einem Motor mit herkömmlichem Stator. Bei 500 Umdrehungen pro Minute beispielsweise waren es mit bondal etwa 70 dB(A), ohne bondal knapp über 75 dB(A).

Fahren ohne Qual, mit Stahl-Kunststoff-Stahl

Dieser Effekt wird durch den besonderen Aufbau des Werkstoffs erzielt. Thyssenkrupp Steel erklärt, dass es ein Stahl-Kunststoff-Stahl-Verbund ist – also ein 3-lagiger Aufbau. Zwischen zwei Stahlbleche wird dabei unter hohem Anpressdruck eine dünne Kunststoffschicht kontinuierlich aufgebracht. So entsteht das Sandwich, das diese geräuschreduzierende Wirkung hat. Verglichen mit den heute üblichen Schalldämmungsmethoden, soll sich das etwa 1,5 Kilogramm wiegende Bauteil außerdem problemlos recyceln lassen.

Aber nicht nur im E-Mobilbereich kann bondal für Vorteile sorgen, betont Thyssenkrupp Steel. Überall da, wo Bauteile schwingen können, sollte man sich das überlegen. So wird bondal heute auch im Schiffsinnenausbau, bei der Herstellung von Glascontainern, im Schienenfahrzeug-Bau und im Powertrain- und Carbody-Bereich im Kfz-Sektor eingesetzt.

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