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Edelstahlkolloquium

Edelstahl – der nicht alltägliche Werkstoff für die Umformtechnik

| Autor/ Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Da staunten sogar die Fachleute, als sie den zahlreichen Referaten des ersten Edelstahlkolloquiums des Instituts Tools and Forming der Technischen Universität Graz in Rauenberg bei Heidelberg folgten. So viele Informationen über Edelstahl im Zusammenhang mit der Umformtechnik gab es noch nie an zwei Halbtagen. Und wer dachte, es gebe nicht viel Neues zu berichten, hatte sich gewaltig getäuscht.

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Edelstahl nimmt bei der Blechumformung eine besondere Rolle ein.
Edelstahl nimmt bei der Blechumformung eine besondere Rolle ein.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für das erste Edelstahlkolloquium im badischen Rauenberg wurden etwa 45 Teilnehmer erwartet. „Das“, so Prof. Dr.-Ing. Ralf Kolleck, Leiter des Instituts T & F – Tools and Forming der TU Graz, „wäre die Zahl gewesen, mit der ich kalkuliert hatte. Doch als die Anmeldungen hereinkamen war ich schon überrascht, dass es plötzlich doppelt so viele Interessenten für das Edelstahlkolloquium gab.“

Edelstahl Rostfrei gar nicht so rostfrei

Offenbar vermuteten die Anmelder, dass sie viel Neues über den Werkstoff Edelstahl erfahren würden. Und in der Tat, die knapp 100 Teilnehmer wurden keinesfalls enttäuscht. Da waren sogar Fachleute darunter, die erstmals auch erfuhren, dass Edelstahl Rostfrei gar nicht so rostfrei ist und dass man Edelstahlbleche auch hervorragend umformen kann.

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„Deshalb“, so Kolleck, „nimmt der Edelstahl im Bereich der Blechumformung auch eine besondere Rolle ein. Diese spiegelt sich nicht nur in den Anwendungsfeldern der zahlreichen Endprodukte wider, sondern auch in jedem Schritt der Herstellung.“ Unterstützung fand Kolleck mit seiner Idee für dieses Edelstahlkolloquium auch bei den Unternehmen der Schuler AG und der Thyssen-Krupp Nirosta GmbH.

Vertiefende Fachvorträge zu vielen Edelstahl-Themen

Wenn auch Gert Weiß von Thyssen-Krupp Nirosta der Meinung war, dass er mit seinem Vortrag zum Thema „Eigenschaften von nichtrostenden Stählen unter besonderer Berücksichtigung des Umformens“ nur einen Grundlagenbeitrag abliefere, so konnte er damit bereits eine gewisse Spannung aufbauen und die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewinnen. Denn schon in diesem Referat erfuhren die Teilnehmer die Informationen, die sich mit dem Spektrum der nichtrostenden Stähle, der Korrosionsbeständigkeit sowie der Umformbarkeit mit Tiefziehen, Streckziehen, Spannung und Oberfläche in den nachfolgenden Beiträgen noch vertiefen ließen.

Die Vertiefung erfolgte bereits im nächsten Vortrag, der zweigeteilt von Raimund Zirn, Projektmanager bei der Schuler SMG GmbH & Co. KG in Waghäusel, präsentiert wurde. Dabei ging es zum einen um die Vielpunkt-Technik für die Umformung von Edelstahl und zum anderen um das Prägepressen mit Vielpunkt-Technik zur Herstellung von Wärmetauscherplatten.

Presskräfte bis 25.000 t zur Edelstahl-Umformung

Bei Letzterem geht es um Pressen, mit welchen diese Wärmetauscherplatten bis zu Größenordnungen von 3500 mm × 1500 mm abgepresst beziehungsweise geprägt werden können. Dabei kommt es insbesondere auf die gleichmäßigen Prägetiefen der Verrippung an. Dafür stehen Presskräfte bis 25.000 t zur Verfügung.

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