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EFB-Kolloquium 2012 Neue Ideen beflügeln die Innenhochdruckumformung

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Der Leichtbau ist aus der Umformtechnik kaum mehr wegzudenken. Darauf haben sich auch die Pressenhersteller eingestellt. So hat beispielsweise die Schuler AG neue Begriffe geprägt, hinter denen Verfahren stehen: so zum Beispiel KUF – Kaltumformung hochfester Stähle, PCH – Warmumformung, KSU – Kunststoffumformung sowie IHU für das Innenhochdruckumformen.

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Innenhochdruckumformung in Bewegung: Mit dem Low-Pressure-Verfahren können jetzt auch höherfeste Werkstoffe umgeformt werden. (Bild: Kuhn)
Innenhochdruckumformung in Bewegung: Mit dem Low-Pressure-Verfahren können jetzt auch höherfeste Werkstoffe umgeformt werden. (Bild: Kuhn)

„Jetzt“, konstatiert Dipl.-Ing. Jens Aspacher von der Schuler SMG GmbH & Co. KG in Waghäusel, „erschließen wir mit der Entwicklung des Low-Pressure-Verfahrens neue Potenziale für das Innenhochdruckumformen (IHU) beziehungsweise Hydroforming, wie es oft genannt wird.“ Demnach können inzwischen auch höherfeste Werkstoffe für das IHU eingesetzt werden.

Low-Pressure-IHU erobert weitere Marktanteile

So stehen insbesondere Pkw-Fahrgastzellen und Kabinen von Nutzfahrzeugen im Fokus dieses neuen Verfahrens. Aber auch große Strukturteile, wie sie für die Rahmen- und Modulbauweise benötigt werden, sollen sich mit dem Low-Pressure-Verfahren wirtschaftlich umformen lassen.

„Auf dem amerkianischen Markt hat diese Fertigungstechnik bereits einen Anteil von etwa 30% des gesamten IHU-Marktes erobert“, berichtet Jens Aspacher. Das Besondere an dem Low-Pressure-Verfahren ist, dass die Umformkraft durch die Presse aufgebracht wird und nicht durch das Flüssigkeitsmedium im Werkzeug. So beträgt der Innendruck lediglich zwischen 600 und maximal 1000 bar. Im Vergleich dazu werden beim herkömmlichen IHU 3000 bar und mehr benötigt.

EFB-Kolloquium stellte Low-Pressure-IHU vor

Das Low-Pressure-Verfahren war eines von zahlreichen spannenden und zukunftsweisenden Themen in den Kategorien Pressen, Systeme, Werkzeuge, Werkstoffe im Leichtbau, Mischbau sowie Simulation und Methoden beim 32. EFB-Kolloquium 2012 (Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung) in Bad Boll. Die traditionsreiche Veranstaltung, bei der auch zahlreiche Ergebnisse der vom EFB und von der AiF (Allianz industrielle Forschung) geförderten Projekte präsentiert wurden, lockte wieder über 100 Teilnehmer nach Bad Boll.

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