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Tiefziehen Tiefgezogenes perforiertes Metallgitter als Versteifung für Kunststoff-Motorhauben

| Autor / Redakteur: Nicole Landeck / Dietmar Kuhn

Das Tiefziehen von perforiertem Metall unterliegt anderen Regeln als das von Vollmaterial. Grund dafür ist das unterschiedliche Fließverhalten der perforierten Metalle. Die Solvaro GmbH, Hersteller von industriellen Bauteilen, verfügt über umfangreiche Erfahrungen in diesem Bereich. Diese wurden jetzt mit der Produktion eines Lüftungs- und Schmutzgitters unter Beweis gestellt.

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(Bild: Solvaro)

Das Tiefziehen ist in verschiedenen Variationen eine Methode zur Herstellung dreidimensionaler Metallbauteile. Die Vorteile liegen dabei nicht nur in der möglichen Kostenreduktion, beispielsweise beim Materialverbrauch, sondern auch in einem optisch ansprechenden Produkt. Deshalb eignet sich das Tiefziehen auch perfekt zur Herstellung von Motorabdeckungen für Nutzfahrzeuge.

Perforiertes Metall verhält sich beim Tiefziehen anders als Vollmaterial

Doch da gibt es ein Problem, und zwar das der Luftdurchlässigkeit. Perforiertes Metall verhält sich beim Tiefziehen nämlich vollkommen anders als Vollmaterial. Der Grund sind die Unterschiede im Fließverhalten. Das perforierte Metall hat eine wesentliche Beanspruchung schon hinter sich, wodurch sich die Materialeigenschaften bereits verändert haben. So liegen beispielsweise nur noch sehr dünne Stege aus Material vor, die nur geringe Veränderungen beim Dehnen zulassen.

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Beim Tiefziehen entsteht ein Hohlkörper durch Dehnen oder Stauchen. Ohne besonderes Know-how können dabei unschöne Verformungen der Lochungen entstehen, das Bauteil verliert an Stabilität oder bekommt im schlimmsten Fall einen Riss und wird damit unbrauchbar.

Bei Solvaro beschäftigen sich ganze Teams aus Technik und Produktion intensiv mit diesem Thema des Tiefziehens von Metallgitterstrukturen. Zuletzt bewiesen sie ihre Fertigkeiten für den italienischen Kunststoffteilehersteller MAP SpA. Dieser stellt unter anderem Kühlerhauben für Agrar- und Baufahrzeuge her. Die Kunststoffhauben werden mit Lüftungs- und Schmutzgittern ausgestattet.

Hydraulische Pressen beim Tiefziehen genau auf das Materialverhalten abgestimmt

Grundanforderungen sind dabei der Luftdurchlass, die Filterfunktion und die Stabilität. Herausforderungen die daraus resultieren, sind, trotzdem ein überzeugendes Design zu erzielen. Solvaro erreichte die geforderte Luftdurchlässigkeit von 80 % auf der gesamten Fläche durch eine Hexagonallochung Hv 6-6,7 von kaltgewalzten Stahlblechen mit einer Materialdicke von 1,0 bis 1,5 mm.

Für die drei aneinandergereihten Vertiefungen mussten Spezialisten ans Werk. Die hydraulischen Pressen, mit denen Solvaro in diesem Fall die Teile tiefgezogen hat, mussten genauestens auf das Verhalten des Metalls abgestimmt werden. Ziehgeschwindigkeit, Ziehradius und andere Kräfte wurden durch die Solvaro-Mitarbeiter aufgrund ihrer Erfahrungen einwandfrei gelöst. Dabei arbeiteten sie in mehreren Tiefziehschritten und mit eigens dafür entwickelten Werkzeugen.

Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern entspricht auch allen Anforderungen an die Stabilität. Das Finishing durch KTL- und Pulverbeschichtung sowie die genau auf die Einbaumaße abgestimmten Außenkonturen ermöglichen eine sofortige Montage.

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