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BMW/Schuler Meilensteine eines neuen Presswerkes

| Autor / Redakteur: Annedore Munde / Dietmar Kuhn

Das Presswerk von BMW in Regensburg wurde schrittweise ausgebaut und mit neuer Anlagentechnik ausgerüstet. Ziel ist es, künftig weitgehend alle am Standort benötigten Pressteile unmittelbar vor Ort herzustellen um so eine effiziente, wirtschaftliche Produktion und Logistik zu realisieren. Mittlerweile verfügt das Werk über vier Großpressen, zwei Coilanlagen und eine Try-Out-Anlage.

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BMW-Technologieleiter Dr. Robert Engelhorn, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Landrätin Tanja Schweiger und Werkleiter Dr. Andreas Wendt (von links) drückten den Startknopf für die beiden neuen Anlagen im Presswerk Regensburg.
BMW-Technologieleiter Dr. Robert Engelhorn, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Landrätin Tanja Schweiger und Werkleiter Dr. Andreas Wendt (von links) drückten den Startknopf für die beiden neuen Anlagen im Presswerk Regensburg.
(Bild: BMW)

BMW-Werkleiter Dr. Andreas Wendt, der Oberbürgermeister von Regensburg, Joachim Wolbergs, die Landrätin Tanja Schweiger sowie der zuständige BMW-Technologieleiter Dr. Robert Engelhorn haben kürzlich die vierte Großpresse und zweite Coilanlage im BMW Werk Regensburg offiziell in Betrieb genommen. Für den Presswerksausbau der vergangenen Jahre wurden zuletzt 90 Mio. Euro investiert, insgesamt hat die BMW AG am Standort Regensburg seit 2009 für die Umsetzung der sogenannten on-site-Strategie und den Ausbau des Presswerks rund 250 Mio. Euro aufgewendet. Damit ist das Regensburger Presswerk, in dem täglich bis zu 524 t Stahl verarbeitet werden, derzeit weltweit eines der modernsten.

Anspruchsvolle Fertigungsphilosophie umgesetzt

Um eine solch anspruchsvolle Fertigungsphilosophie umsetzen zu können, ist die passende technische Ausstattung eine Grundvoraussetzung. Die neue Pressenanlage von Schuler ist dementsprechend eine Highspeed Servopresse. Die Servoline L ist ausgerüstet mit Platinenlader, Crossbar Feeder und einem End-of-Line-System. Bei einer Gesamtpresskraft von rund 7600 t schafft sie im Dauerbetrieb eine Leistung von 23 Hüben pro Minute. Ein Werkzeugwechsel kann innerhalb von nur 174 s realisiert werden und sorgt so für eine hohe Flexibilität. Hergestellt werden auf der Anlage Schweller und crashrelevante Teile. „Mit dieser Anlage arbeiten wir an den Grenzen der Physik. Schneller geht es nicht mehr“, unterstreicht der Technologieleiter des BMW-Werkes, Dr. Robert Engelhorn, die Leistungsfähigkeit der Anlage. Und Klaus Linnig, Geschäftsführer für den Bereich Automotive bei Schuler, ergänzt: „Die Servoline L leistet einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit moderner Presswerke. Eine Ausbringungsleistung in dieser Größenordnung konnten wir nur erreichen, weil wir den Crossbar Feeder zum schnellen und sicheren Transport von Doppel- und Vierfachteilen von Grund auf neu konzipiert haben.“

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Nach dem Produktionsstart im November 1986 wurde das Werk mit der Inbetriebnahme eines Presswerks 1997 von dem Automobilbauer zum Vollwerk ausgebaut. Die erste Pressenanlage war eine Saugerbalkentransferpresse, mit der großflächige Teile wie Seitenrahmen oder Klappen hergestellt wurden. Mit der Umsetzung der sogenannten on-site-Strategie sollten dann möglichst alle Pressteile, die am Standort benötigt wurden, unmittelbar vor Ort hergestellt werden, auch die Klein- und Strukturteile. Schrittweise wurde also das gesamte Presswerk entsprechend dieser Philosophie ausgebaut und moderne Anlagentechnik installiert.

Mit der vom Automobilhersteller anvisierten on-site-Strategie soll sich die Durchlaufzeit bei der Teilefertigung verkürzen, beginnend bei der Bearbeitung vom Coil bis hin zum umgeformten Karosserieteil. „Außerdem reduzieren sich die entsprechenden Aufwände für die Logistik und das Handling. Und nicht zuletzt sinkt damit das Verkehrsaufkommen, da weniger Transporte zum Werk Regensburg beziehungsweise zwischen den einzelnen BMW-Werken erforderlich sind“, so das Unternehmen weiter.

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