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Blech-Richttechnik

Spezifische Richttechniken sorgen für spannungsfreie und planebene Bleche

| Autor/ Redakteur: Sascha Becker / Dietmar Kuhn

Hochfeste Werkstoffe und immer enger werdende Toleranzen sind große Herausforderungen für die Blech verarbeitende Industrie. Zusätzlich wird die aktuelle Situation durch schwankende Materialqualitäten erschwert. All diese Umstände zusammen wirken sich auch auf die Anforderungen an die Anlagentechnik für die Blechindustrie aus. Die Richttechnik ist dabei ein elementarer Bestandteil der Prozesskette.

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Die Richttechnik ist elementarer Bestandteil einer durchgängigen Blechbearbeitungs-Prozesskette und leistet damit ihren Beitrag zur Prozesssicherheit. Bild: Arku
Die Richttechnik ist elementarer Bestandteil einer durchgängigen Blechbearbeitungs-Prozesskette und leistet damit ihren Beitrag zur Prozesssicherheit. Bild: Arku
( Archiv: Vogel Business Media )

Richtmaschinen sollen Bleche und Blechbänder eben machen. In der Richttechnik werden generell zwei Arten von Richtmaschinen unterschieden: die Teile-Richtmaschinen und die Band-Richtmaschinen. Teilerichtmaschinen richten Blechteile, wie beispielsweise Blechtafeln, aber auch Stanz-, Laser- und Brennteile. Band-Richtmaschinen hingegen sind für das Richten von Coilmaterial ausgelegt.

Band-Richtmaschinen stehen in Linie und sind Teil einer Prozesskette. Sie bereiten das Coil für weitere Prozesse, wie beispielsweise für die Umformung durch Pressen und Profilieren, oder für Schneidscheren vor. Richtmaschinen beseitigen Coildefekte (Bild 1), damit die Folgeprozesse konstant optimal ablaufen können. Der am häufigsten auftretende Coildefekt ist die Coilkrümmung.

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Richtmaschinen entfernen Spannungen aus Blechen

Dabei ist das Band durch den Aufwickelprozess in Längsrichtung gekrümmt. Besonders bei breiten Blechen treten zusätzliche Ebenheitsdefekte wie Randwellen, einseitige und Mittenwellen auf. Diese Defekte können durch verschiedene Einflüsse während des Walzprozesses verur-sacht werden. Dadurch gelangen Spannungen in das Material, werden dort eingeschlossen und sorgen für Verformungen. Richtmaschinen entfernen diese Spannungen aus Blechen und erzeugen dadurch Ebenheit.

Unebenheiten bei Teilen können die Folge von Defekten im Vormaterial sein. Außerdem gelangen durch thermische Einwirkungen beim Laser- und Brennschneiden, aber auch durch den Umformprozess (Zuschneiden, Stanzen) Spannungen in die Blechteile. Ziel des Richtvorgangs ist es, diese Spannungen im Material zu entfernen und dadurch die Teile eben zu machen.

Wechselbiegungen beim Walzenrichten sorgen für eine plane Oberfläche

Beim Walzenrichten durchläuft das Material mehrere Wechselbiegungen. Diese Wechselbiegungen werden durch die versetzt angeordneten Richtwalzen erzeugt. Das Blech wird dabei über seine Streckgrenze hinaus plastisch verformt, sodass sich eine einheitliche Faserlänge im Werkstoff herausbildet. Am Einlauf in die Richtmaschine muss über die gesamte Breite des Richtgutes eine Krümmung erzeugt werden, die größer ist als die im unplanen Blech vorherrschende größte Krümmung. Die Umformintensität in der Maschine nimmt zum Auslauf hin konstant ab, sodass das Richtgut beim Verlassen der Richtmaschine in den planen Zustand zurückfedern kann. Nach diesem Grundprinzip funktionieren alle Walzen-Richtmaschinen (Bild 2).

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